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Michel Faber – Das Buch der seltsamen neuen Dinge

Der englische Pastor Peter Leigh bewirbt sich beim geheimnisvollen USIC-Konzern um eine Stelle als Missionar und reist zu den Bewohnern des fernen Planeten Ozeanis, um ihnen die frohe Botschaft des Neuen Testaments zu überbringen.

Das ist die gewagte Exposition, und unwillkürlich fragt man sich bei Beginn der Lektüre, ob das gutgehen kann, inhaltlich und erzählerisch. Aliens zu missionieren scheint auf den ersten und den zweiten Blick ein fragwürdiges Unterfangen zu sein und evoziert Bilder von christlichen Missionaren, die Ureinwohner zwangsbekehren, während ihre weltlichen Begleiter sie mal mit Glasperlen als Tauschgegenstand, mal mit Schwert und Feuerwaffe um Land, Bodenschätze und Freiheit bringen. Die Zweifel bei der Lektüre wachsen, als sich herausstellt, dass Faber das Thema ganz ohne Ironie und inhaltliche Problematisierung angeht. Vielmehr nimmt er Peter und dessen Projekt todernst und widmet sich ihm mit großem erzählerischem Aufwand. Und gleich zu Anfang werden Leseerwartungen unterlaufen. Kaum hat Peter sich in der USIC-Station eingewöhnt, bricht er zu seinem ersten Besuch bei den Ozeaniern auf. Zu seiner Überraschung stellt sich heraus, dass sie eigentlich keiner Missionierung bedürfen. Vor ihm war bereits ein anderer Geistlicher hier, der sie mit der Bibel und den Grundzügen der englischen Sprache vertraut gemacht hat und später verschwunden ist. Seine religiösen Unterweisungen aber fielen auf fruchtbaren Boden. Die Bibel, das Buch der seltsamen neuen Dinge, genießt bei den Aliens höchstes Ansehen. Für die Botschaft von Wiederauferstehung und ewigem Leben, die sie als Jesus-Technik bezeichnen, sind sie erstaunlich aufgeschlossen. So kommt es, dass Peter seine Aufenthalte in der Siedlung immer länger ausdehnt und die für sie nur schwer verständlichen Bilder der Bibel samt ihren unaussprechlichen Sätze in eine für die Ozeanier gemäßere Form zu bringen,

Peter entwickelt Gespür für die karge Schönheit des Planeten, baut mit den Ozeaniern zusammen eine Kirche und versucht, ihre eigentümlich schlichte Lebensweise und ihre hochkomplizierte Sprache zu ergründen. Diese nahezu statische Idylle kontrastiert mit der Entwicklung daheim auf der Erde. Mittels ‘Shoot’, einer Art Emailsystem, das die Kommunikation mit der Erde nahezu ohne Zeitverlust  ermöglicht, hält Peter Kontakt mit seiner Frau Bea. Sie berichtet ihm von Naturkatastrophen und einer zerfallenden Gesellschaft. Eine Wirtschaftskrise wütet, die Supermärkte schließen, die Müllabfuhr kommt nicht mehr, und Bea ist auch noch schwanger von Peter. Der aber, absorbiert von seiner neuen Umgebung und angesteckt von der scheinbar gelassenen Lebensweise   der Ozeanier, sieht sich zunehmend außerstande, ihr seine eigenen Eindrücke zu vermitteln und an den ihren teilzuhaben. Die Entfremdung zwischen den Eheleuten vollzieht sich in ausführlichen Shoot-Nachrichten, die der Erzählung teilweise den Charakter eines Briefromans geben.

Für den Leser tun sich unterdes immer neue Fragen auf, die teilweise  einer eklatanten Nachlässigkeit des Autors geschuldet sind. Die Welt, aus der Peter aufbricht, ist nämlich ganz die unsere. Da werden Autos betankt, auf dem USIC-Gelände auf Ozeanis begrüßt Peter der ‘Wolframschein’ von Glühlampen. Anscheinend gibt es nicht  mal LEDs in dieser Erzählwelt. Die Lichtjahre-Entfernung wird mit einem ‘Raumsprung’ innerhalb eines Monats überwunden, bei der Einführung des Shoots (der im übrigen nicht einmal Fotos übertragen kann) wird von Lichtstrahlen fantasiert, die von Satelliten reflektiert werden – in Anbetracht der zu überwindenden Strecke für eine Echtzeitunterhaltung kaum zielführend. Dazu kommt, dass das Ökosystem auf Ozeanis ausgesprochen simpel aufgebaut ist  – viel zu simpel, als dass es eine intelligente Spezies hervorgebracht haben könnte. Mit Worldbuilding, also der Konstruktion einer widerspruchsfreien Zukunftswelt, hat Faber wenig am Hut. Manchmal fragt man sich, ob seine Verachtung gegenüber Technik und Wissenschaft auch dem Verstand des Lesers gilt. Dafür erweist er sich als umso bibelfester. Für jede Gelegenheit hat Pastor Peter das passende Zitat bereit und ist doch alles andere als ein Sprücheklopfer. Man muss ihn einfach gernhaben. Mit einer Trauerrede, die er über einen ihm unbekannten Verstorbenen der Station hält, vermag er zu Tränen zu rühren. Doch so undoktrinär, modern und berührend seine Bibelauslegung auch daherkommt, ist sie doch im Kern kreationistisch: ‘‘Aber darauf verstanden sich die Gottlosen ja immer. Die falschen Fragen stellen, den Fortschritt in der falschen Ecke suchen. … Der Herr wusste, was er tat, als er diese Welt erschuf, genauso wie er es bei allen anderen wusste. Das Klima war ein überaus raffiniertes System, nicht zu verbessern und selbstregulierend.’

Für Glaubensskeptiker wie mich, die mit den Konzepten von Schöpfung, liebendem Gott, Vergebung und Wiederauferstehung nichts anfangen können, ist das eine Zumutung, und irgendwann regt sich der Verdacht, hier sollten nicht nur die Ozeanier missioniert werden, sondern auch ich, der Leser.  Dass ich trotzdem bei der Stange geblieben bin, ist der wunderbaren Erzählweise zu verdanken. Obwohl die Handlung weitgehend ohne Dramatisierungen auskommt, wird die Lektüre niemals langweilig. In der USIC-Station, in der Ozeaniersiedlung und selbst in den Shoot-Nachrichten, die Peter und Bea austauschen,  begegnet man lebendigen, vielschichtigen Menschen (bzw. Aliens). Peters Erfahrungen sind so sinnlich geschildert, dass man mit ihm den nach Melonen schmeckenden Regen zu trinken meint. Und dann kommt er doch, der große Twist, die Erschütterung, die alles vorherige in neuem Licht zeigt, Peter zur Überprüfung seines Glaubens und seiner Liebe zu Bea und den Leser zu einer Neubewertung seiner Leseerfahrung zwingt. Die hier vorgebrachten Einwände gegen das Buch relativieren sich und machen Bewunderung Platz. Was zunächst, in Phasen des Leseunmuts, wie ein als Literatur verkleidetes Traktat erschien, erweist sich auf einmal als große Literatur. Es verbietet sich, hier in die Einzelheiten zu gehen, doch so viel sei gesagt: Seit langem hat mich kein Buch so herausgefordert und berührt wie dieses. Die Lektüre erfordert langen Atem, aber sie lohnt sich.

Michel Faber
Das Buch der seltsamen neuen Dinge, Roman

Aus dem Englischen von Malte Krutzsch

Kein & Aber 2014

Michel Faber bei Amazon

Ad Astra – und wieder zurück

Ein Forschungsraumschiff, das nach Hinweisen auf unbekannte Intelligenzen suchen soll, ist in der Nähe des Neptuns seit 20 Jahren verschollen. Irgendwas stimmt nicht mit dem Antimaterie-Antrieb, und jetzt rollen Wellenfronten gegen die Erde an, die unsere Zivilisation zu vernichten drohen. Klar, dass da jemand nach dem Rechten sehen und die Bedrohung mit einem atomaren  Sprengkopf beseitigen muss.

So weit, so bescheuert, könnte man meinen, doch dieses Instant-Urteil wird dem Film keineswegs gerecht. Das zeigt sich schon in der atemberaubenden Eröffnungssequenz, die wohl nicht ganz zufällig an Gravity erinnert.  Roy McBride (Brad Pitt), Angestellter der amerikanischen Weltraumbehörde SpaceCom, führt eine Reparatur an einer Weltraumantenne aus und stürzt nach einem Unfall minutenlang in die Tiefe, bis er sicher auf der Erde landet. Das ist überzeugend umgesetzt und herausragend gefilmt und nimmt schon  mal ein für den Film, und das ist auch nötig, denn was folgt, ist im Kern eine im inneren Monolog stattfindende Auseinandersetzung mit dem abwesenden Vater und ein langwieriger, quälender Prozess der Selbsterkenntnis. Der stoische McBride, dessen Herzschlag niemals über 80 steigt, bewahrt zwar in jeder Situation einen kühlen Kopf, ist aber letztlich liebesunfähig und einsam. Zeit zum Nachdenken bekommt er jedenfalls, denn er wird zunächst  zum Mars geschickt, um Kontakt mit dem überlebenden Expeditionsleiter des verschollenen Forschungsraumers aufzunehmen – seinem Vater. Von dort aus geht es dann etwas eigenmächtig weiter zum Neptun, wo es zur entscheidenden Begegnung kommt. Zwischendurch sind immer wieder Action-Episoden eingefügt, die einerseits etwas aufgesetzt wirken, anderseits (wie zum Beispiel bei einer Verfolgungsjagd von Mondrovern) enorme Schauwerte bieten – und nicht nur das. Im Interview sagte Regisseur James Gray, er habe vor allem die Lebensfeindlichkeit des Weltraums zeigen wollen. Und das ist ihm dank großer Detailgenauigkeit auch gelungen. Während der interplanetarische Fernflug zum Seelentrip wird, fängt die Kamera immer wieder die trostlose Schönheit des Raums ein, untermalt vom unaufdringlichen Soundtrack und McBrides ruhiger Stimme.  Damit liefert der Film auch die dunkle Folie, auf der seine simple, aber erstaunlich zeitgemäße Botschaft angemessen leuchten kann. Konterkariert wird dies freilich durch völlig überflüssige Durchhänger, so wenn ds Raumschiff auf seinem Flug vom Mars zum Neptun aus nächster Distanz erst den Jupiter und dann den Saturn passiert, ganz so, als wären die Planeten aufgereiht wie auf einer Schnur. Das ist Blättern im Planetenatlas für Kinder.

Auch wenn der nachdenkliche, melancholische McBride in psychologischer Hinsicht manchmal wie ein Wiedergänger von Officer K aus Blade Runner 2049 wirkt, ist Ad Astra alles andere als ein großer, runder Wurf. Dennoch fällt mein Fazit positiv aus. Trotz einiger dramaturgischer Albernheiten (sprich Zugeständnissen an die vermutete Erwartungshaltung des Publikums) und kleinerer technischer Ungereimtheiten ist Ad Astra ein ernsthafter SF-Film mit einem hohen Grad an Realistik, der von Brad Pitts intensiver Darstellung über alle Untiefen hinweggetragen wird. Sehenswert. 

Bildergebnis für ad astra zu den sternen

Ad Astra

Regie: James Gray 2019

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Auslöschung – der Film

Nichts birgt so illustres Grauen, aber auch so viel Wunderbares wie das Ungewisse. Gibt es nichts zu wissen und fehlt die Gewissheit, dringt die Fantasie in das Vakuum ein, das Unbewusste beginnt zu wuchern. Im Unbestimmten lockt die Verheißung, und gleich daneben lauern die Monster. Sie deuten sich an, sie drohen – und entziehen sich.  Sie lassen sich nicht beschreiben, nicht packen und schon gar nicht besiegen. Treten sie hervor, fällt der abgründige Schrecken meist von ihnen ab, und manche erleiden gar das Schicksal der Lächerlichkeit – kaum etwas ist alberner und kann distanzierter begafft werden als die Städte zerstörenden umhertapernden Godzillas, selbst dann, wenn sie so detailgenau ausgemalt sind wie bei Roland Emmerich – vielleicht gerade dann. Da schmeckt das Popcorn, und allenfalls das Gelächter schnürt einem die Kehle zu. Manchmal ist weniger eben mehr. Das im Abfluss kreiselnde Blut der Dusch-Szene in Psycho ist wirkungsvoller, als jede Großaufnahme der Stichverletzungen es je sein könnte. Ein Rascheln im Gebüsch, ein Schatten vor dem Fenster kann mehr bewirken als eine ausmalte Metzelei.

VanderMeers Area-X-Trilogie (Auslöschung, Autorität, Akzeptanz) ist eines jener Werke, die den Imaginationsapparat auf Hochtouren bringen. Ausgehend von einem Leuchtturm irgendwo an einem amerikanischen Strand hat sich eine Zone mit merkwürdigen Phänomenen herausgebildet. Die räumlich scharf definierte Zone dehnt sich immer weiter aus. Wer die Grenze überquert, verliert das Zeitgefühl und meist auch den Verstand. Irgendetwas ist in der Zone mit der Natur im Gange, anscheinend finden dort die erstaunlichsten Mutationen statt. Dort wohnt das elementar Fremde. Obwohl die Southern-Reach-Behörde keinen wissenschaftlichen Aufwand scheut und immer wieder aufs Neue Expeditionen in die Zone schickt, sind kaum Fortschritte zu verzeichnen. Die meisten Expeditionsteilnehmer kehren nicht zurück, und die wenigen, die irgendwann in der Nähe ihres alten Zuhauses aufgegriffen werden, können sich kaum mitteilen und siechen im Isolationstrakt von Southern Reach dahin, bis sie sterben. Die wenigen Relikte, die geborgen werden, liefern kaum Aufschluss. Die Technik versagt, die Erklärungsversuche versanden. VanderMeer erweist sich als Meister des Vagen und der Andeutung. Unverfilmbar, hätte ich gesagt. Alex Garland hat sich dennoch an dem Stoff versucht.

Im Film heißt die namenlose Biologin Lena (Natalie Portman). Ihre Fünf-Frauen-Expedition ist die zweite, nicht die zwölfte wie im Buch. Die Zone tritt detailgenau hervor, in Form floraler Wucherungen und mutierter Tiere. Die Monster klagen nicht mehr unsichtbar im Schilf, sondern holen sich ihre Opfer. Statt Bergen von Tagebüchern haben die Vorgänger Speicherchips mit Videos hinterlassen. Klar, ein Film muss etwas zeigen. Doch in diesem Fall bleibt nicht nur die Abgründigkeit der Buchvorlage auf der Strecke. Das Drehbuch rafft und komprimiert und deutet so rigoros um, dass man statt von einer Buchverfilmung vielleicht eher von einem Film ‘nach Motiven von’ sprechen sollte.  Dabei ist Auslöschung (mit Abstrichen am Ende) ein optisch weitgehend gelungener, schauspielerisch überzeugender, atmosphärisch dichter Film. Besonders hervorzuheben ist das Leitmotiv der Zellteilung, das in Form visueller Dopplungen allgegenwärtig ist – die rasende Evolution, sichtbar gemacht. Das ist nicht ohne Raffinesse. Letztlich aber scheitert der Film an der Buchvorlage. Das Geheimnis von Area X hält der filmischen Konkretisierung nicht stand, und die Frage, die sich wie ein roter Faden durch VanderMeers Trilogie zieht – Wie verhalten wir uns gegenüber einem evolutionären Wandel, der möglicherweise unsere Auslöschung verlangt? – tritt in den Hintergrund.  Verwunderlich ist das nicht, denn der vielschichtige, vieldeutige Stoff hätte nach einer Serie verlangt. Deshalb kann sich Auslöschung auch nicht, wie von manchen Jubelkritikern behauptet, in die Riege der großen Genreklassiker einreihen, die von Tarkowskijs Solaris, über Kubricks 2001 bis zu Ridley Scotts Blade Runner reicht.

Somit bleibt eine gewisse Enttäuschung, die nicht zuletzt dem uninspirierten und allzu ‘runden’ Schluss geschuldet ist, der die Aussage der Buchtrilogie nicht bloß vereinfacht, sondern quasi in ihr Gegenteil verkehrt. Umso merkwürdiger erscheint die Kontroverse, die sich die beiden Produzenten um den Film geliefert haben. Dem Regisseur ist indes hoch anzurechnen, dass er sich der geforderten Bearbeitung verweigert hat. Daraufhin stoppte Paramount die globale Veröffentlichung. Die Begründung lautete, der Film sei zu kompliziert und zu intellektuell und werde deshalb vom Publikum abgelehnt werden. Um die befürchteten Verluste zu begrenzen, wurde er für 25 Millionen Dollar an Netflix verhökert. Im Kino zu sehen ist der Film nurmehr in den USA, Kanada und China. Für die Zukunft des Kinos lässt das Schlimmes erwarten.

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Auslöschung

Film von Alex Garland
nach einer Buchvorlage von Jeff VanderMeer


Extant – Quatsch mit Soße

Eigentlich möchte ich in diesem Blog nur Empfehlungen abgeben. Dieser Beitrag ist ausnahmsweise als Warnung gedacht. Wenn Steven Spielberg als Mitproduzent einer Science-Fiction-Serie firmiert, weckt das Hoffnungen auf originelle neue Welten und eine zumindest emotional überzeugende Story. Die werden leider enttäuscht.

In der Serie Extant gibt es Raumstationen, selbstfahrende Autos mit Flügeltüren, durchsichtige Tablets (müssen ganz schön unpraktisch sein), undurchsichtige Konzerne, eine Bastelwerkstatt à la Frankenstein, ein Roboterkind und eine Schwängerung im All nach halluzinierter Begegnung mit dem Ex, das alles mit süßlicher Musiksoße übergossen. Finstere Machenschaften deuten sich an. Das Roboterkind wird böse und tötet einen Vogel. Ein Totgeglaubter tritt hinter einer Hecke hervor und verspricht, bald wiederzukommen. Warum sagt er nicht gleich sein Sprüchlein auf? Aber natürlich ‚gibt es mehr zwischen Himmel und Erde, als die Wissenschaft erklären kann‘. Darauf läuft’s wohl hinaus. Halle Berry ist wie immer nett anzuschauen, aber die Darsteller agieren, als wären sie Roboterimitationen ihrer selbst. Wenn Berry leicht vorgebeugt durch die Raumstation schwebt, denkt man unwillkürlich das Wägelchen mit, auf dem sie geschoben wird. Die gekünstelten Dialoge ziehen das Niveau endgültig ins Unterirdische. Nach der ersten Folge war bei mir Schluss.

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Extant – SF-Serie von Mickey Fisher

Trailer

Amazon

Neue Veröffentlichung: Der Durst der Stadt

Der Band enthält zehn Storys und Erzählungen aus dem Zeitraum 1992 bis 2013. Die Geschichte Zehn Punkte wurde 1992 mit dem SFCD-Literaturpreis ausgezeichnet, die Erzählung Der Durst der Stadt 1996 mit dem Kurd Lasswitz Preis.  Auch eine bislang unveröffentlichte Story ist dabei: C & R, entstanden um 1996 herum. Seinerzeit wollte sie keiner veröffentlichen.  Ich finde sie immer noch gut.

DdStDas Cover zitiert die Geschichte Zehn Punkte. Darin geht es um einen Computerspieler, der in einem überfluteten Aachen auf Sauerierjagd geht. Aufgrund einer Virenattacke gelingt es ihm nicht mehr, aus dem Spiel auszusteigen; er verhungert unter seinem Cyberhelm. Dass virtuelle Realitäten Macht über den Menschen gewinnen können, ist ein roter Faden, der sich durch mehrere Geschichten zieht.

 

 

Der Inhalt:

Zehn Punkte; Der Durst der Stadt; C & R; Da im Glück; Klondike; Schwarze Schwäne; Wie Götter; Monster; Rette mich; Die Farbe Blau

Norbert Stöbe
Der Durst der Stadt – Storys und Erzählungen
sternwerk @ p.machinery 2014
Printausgabe: 11,90 € – Amazon
E-Book: demnächst

Neues E-Book – Die Farbe Blau

Wann wacht man auf? Wann überschreitet man die Schwelle? Jonathan Elder hätte es nicht sagen können. Es war, als existierte für ihn keine Schwelle, kein Übergang. Eben noch hatte es ihn und die Welt nicht gegeben, dann auf einmal war er hellwach.

Als Jonathan erwacht, liegt neben ihm im Bett eine Fremde, die behauptet, seine Frau zu sein. Eigentlich will er mit Ria und seiner Tochter Marie an der Ostsee Urlaub machen. Doch dazu kommt es nicht. Es beginnt eine verstörende Woche, die eine schockierende Erkenntnis mit sich bringt.

Die Farbe Blau

Norbert Stöbe
Die Farbe Blau, Erzählung, Download 1,50 €
Amazon, Google Play

Neue Story – Monster

Auf den Müllhalden Kairos sind angeblich zahlreiche Kinder spurlos verschwunden. Ethan Cawley, amerikanischer Journalist, wittert eine Sensationsstory und reist nach Ägypten, um zu recherchieren. Treiben am Stadtrand Monster ihr Unwesen, die das  Leben der Müllsammler bedrohen?

Norbert Stöbe – Monster, Story, c’t Magazin 20, Heise, 2012

Neue (alte) Erzählung – Zehn Punkte

Ja, so stellte ich mir damals, 1992, den Cyberspace vor. Der Begriff war in aller Munde, und obwohl wir uns noch mit merkwürdig zirpenden Modems ins Internet einwählten und Infos zu brauchbaren Websites mangels Suchmaschine wie Edelmetall gehandelt wurde, wähnten wir uns der Zukunft nah: Eingeloggt und Deckel auf den Kopf, und schon würde man sich in die virtuelle Welt begeben, die natürlich viel bunter und aufregender wäre als die Realität. In diesem Fall so aufregend, dass es kein Zurück mehr gibt.

Ich besorgte mir aus der Stadtbibliothek ein Kinderbuch mit Saurierabbildungen und begann zu tippen.

Martin geht auf dem Aachener Lousberg auf Großwildjagd. Allerdings hat das Gesundheitsministerium, das die ‚Spacer‘ mit Warnhinweisen vor den Suchtgefahren nervt, das Spiel infamerweise mit einem Virus verseucht. Die virtuellen Gespielinnen in seinem Jagdschloss, dem ehemaligen Drehrestaurant der Stadt, spielen nicht mehr mit und mucken auf. Saurier tragen Fähnchen mit Botschaften am Schwanz. Aber Martin kann sie nicht lesen, und so nimmt das Unheil seinen Lauf …

Die Erzählung ist 1992 bei Heyne erschienen und wurde mit dem SFCD-Literaturpreis ausgezeichnet. Jetzt wurde sie für Zukunftsnostalgiker in einem Sammelband zusammen mit den anderen seit 1985 ausgezeichneten Geschichten neu aufgelegt. Zu den Autoren gehören unter anderem Frank W. Haubold, Marcus Hammerschmitt, Michael Marrak und Michael K. Iwoleit.

Die Stille nach dem Ton: und die anderen preisgekrönten SF-Kurzgeschichten des SFCD-Literaturpreises 1985-1998 und des Deutschen Science-Fiction-Preises 1999-2012 [Taschenbuch]

Ralf Boldt (Herausgeber), Jeschke Wolfgang (Herausgeber)

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