Archiv der Kategorie: Veröffentlichungen

In eigener Sache – Neuer Roman Kleiner Drache

Mein achter Roman  ist erschienen: Kleiner Drache. Und darum geht’s:

KleinerDracheCoverAm Anfang hatte ich einen alten Mann (Onkel Wu), der auf einer Bank im Schatten eines Gingkobaums sitzt, und meine Fassungslosigkeit über die Arbeitsbedingungen in einer Abwrackwerft in Bangladesch, über die ich in einem Dokumentarfilm auf Arte gestolpert war. Daraus entwickelt hat sich die Geschichte Wei Xialongs, angesiedelt in einem zukünftigen China, das sich hinter der Großen Mauer nach außen hin gegen Klimaflüchtlinge und Arbeitsmigranten, nach innen gegen ausreisewillige Staatsbürger abschottet. Xialong ist ausersehen, eines Tages die Leitung des Roboterkonzerns Jiqiren zu übernehmen, und wähnt sich auf der Seite der Privilegierten. Doch dann nimmt eine Doppelgängerin ihren Platz im Konzern ein und trachtet ihr nach dem Leben. In Begleitung des Sexbots Litse flieht Xialong und wird nach dem Grenzübertritt als Arbeitssklavin nach Bangladesch verkauft. Sie flüchtet erneut, diesmal in den Space Market des nahen Raumhafens, wo alles zu haben ist, was es für Geld zu kaufen gibt: illegale Augmente, Designerdrogen aus den Mondkolonien und Sex. Xialong schwingt sich zur Anführerin eines Aufstands auf. Doch sie hat noch einen anderen Plan: Rache zu nehmen und um ihren Platz im Konzern zu kämpfen.

Vor dem Hintergrund eines isolationistischen Chinas der Zukunft erzählt Kleiner Drache von einer außergewöhnlichen Freundschaft und der unerbittlichen Konkurrenz unter Klonschwestern.

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Mein Jahr 2018

Manchmal, ganz selten, überkommt mich das bizarre Verlangen, mich einer der geschlossenen Foren oder Facebook-Gruppen anzuschließen, die sich mit Reptiloiden,  Chemtrails, der Flacherde oder Kreationismus beschäftigen. Dahinter steht wohl einerseits Neugier, andererseits drückt sich darin möglicherweise auch der irgendwo im Verborgenen gärende Wunsch aus, die anstrengende Rationalität zumindest auf Zeit mal abzustreifen wie, nun ja, eine Reptilienhaut. Warum immerzu bloß das glauben, was man glauben soll und wissen kann, und nicht das, was man glauben will? Braucht man zum Denken wirklich das Gehirn, oder tut es nicht auch der dicke Zeh? Zum Teufel mit den verfluchten Experten und ihrem selbstverliebten Geschwafel!

Zum Einstand hätte ich meine ganze eigene Verschwörungstheorie anzubieten, und die geht so: Putin hat in einem streng geheimen KGB-Labor ein besonders tückisches Virus entwickeln lassen. Freigesetzt im verhassten liberalen, pluralistischen, demokratischen Westen, entfaltet es unbemerkt seine diabolische Wirkung und bringt die Menschen dazu, an allem zu zweifeln, was Rust and Furor - Foto: nst 2018ihnen jahrzehntelang Stabilität und wachsenden Wohlstand beschert hat. Die staatlichen und internationalen Institutionen erscheinen auf einmal obsolet, die Demokratie mit ihrer komplizierten Gewaltenteilung – ein Fliegenschiss der Geschichte. Globaler Handel nützt nur den anderen. Die EU raubt uns die Identität! Das Virus verengt den Blickwinkel, schrumpft den geistigen Horizont, setzt Logik, Selbstkritik und Anstand außer Kraft. Mehr oder weniger plötzlich dumm geworden, erliegen die Betroffenen wehrlos den abstrusesten Beschwörungen. Das Gewohnte verbreitet bleierne Langeweile, die unbezähmbare Lust auf Neues macht; schmecken die alten Gerichte fad, müssen kräftige Gewürze her. Die liefern die Tabuverletzter, Grenzüberschreiter und notorischen Vereinfacher, deren Propaganda am Facebook-Stammtisch vervielfacht wird. Hier kann jeder ein Influencer sein,  und jeder findet auch sein ganz spezielles Grüppchen, womit wir wieder bei den Flachweltlern und ihren Geistesverwandten angelangt wären.

Das ist natürlich blanker Unsinn. Und ich schwöre, ich war nie Mitglied in einer der genannten FB-Gruppen und werde es auch nie sein. Allerdings schaue ich manchmal den Kondensstreifen am Himmel hinterher und frage mich …

Schluss damit. Das Jahr 2018 hatte mehr zu bieten als Trump-Getwitter, Nationalistengedröhn und populistische Disruption. Zum Beispiel … einen Sommer. Keine westeuropäische Regenzeit, sondern einen Sommer, wie er sonst nur im Buche steht. Einen Sommer mit gelben Wiesen, braungebrannten Beinen und langen Abenden im Freien. Mediterrane Gelassenheit machte sich breit. Doch dann dehnte sich die Hitzeperiode, der Regen blieb hartnäckig aus, und störende Gedanken stellten sich ein: Ist das jetzt der Klimaumschwung? Geht es so weiter? Was kostet eine Klimaanlage? Müssen auch wir bald mit Waldbränden und sommerlichem Wassermangel leben? Wann siedeln sich die ersten Palmen an, und welche Krankheiten überträgt die Tigermücke? An der Klimaerwärmung besteht kein vernünftiger Zweifel, und die obigen rhetorischen Fragen könnten bald relevanter werden, als einem lieb ist. Dennoch habe ich den Sommer genossen und werde ihn im Gedächtnis behalten als einen, wie er sonst nur in der Erinnerung an Kindheitstage vorkommt.

Zum Abschluss der übliche Arbeitsbericht. 2018 sind für meine Verhältnisse ungewöhnlich viele Storys erschienen, nämlich vier: Das Museum der toten Dinge in Nova 25, Das Versprechen in Spektrum d. Wissenschaft 4, Wir kommen in Nova 26 und Der Wächter in Exodus 38.

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Des Weiteren habe ich eine Sammlung mit 10 SF-Storys aus den Jahren 2013 bis 2018 rausgebracht (Honeypot), und meine Romane Der Weg nach unten von 1992 sowie New York ist himmlisch von 1988 wurden bei Apex wiederveröffentlicht. Honeypot und Der Weg nach unten sind als Paperback und E-Book erhältlich, New York ist himmlisch ausschließlich als E-Book.

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In eigener Sache

Jetzt mal ein bisschen Eigenwerbung. Im Februar ist mein neuer Roman Kolonie erschienen. Gemeint ist die erste Menschenkolonie auf dem bewohnbaren Planeten eines Sternsystems in unserer Nachbarschaft. Vor kurzem hat Stephen Hawking vorgeschlagen, mit Lichtsegeln ausgestattete Miniraumschiffe mit Lasern auf Interstellargeschwindigkeit zu beschleunigen, um unseren Nachbarsonnen einen Besuch abzustatten. Das ist immerhin ein Ansatz, aber ich glaube, dass ungeachtet der gewaltigen interstellaren Entfernungen und der für den Flug benötigten Zeiträume irgendwann auch Menschen die große Reise antreten werden, ob an Bord eines Generationenraumschiffs, als Bewusstseinskopie oder wie in diesem Fall im Schlaftank. Aber was passiert, wenn das Ziel erreicht ist? So geht mein Gedankenspiel:

Nach hundert Jahren Flugzeit haben die ersten Kolonisten nach interstellarem Flug den erdähnlichen Planeten Corazon erreicht. Schon bald treten gravierende Probleme auf. Die Bots verselbständigen sich und bauen nach gewaltsamen Auseinandersetzungen ihre eigene Stadt, die Kinder der Kolonisten entwickeln so genannte Externorgane und gelten als ansteckend, weshalb man sie im ‘Kindertrakt‘ isoliert. 30 Jahre später sind die neununddreißig überlebenden Altkolonisten weitgehend mit dem Kampf gegen das Alter und den Verfall der Station beschäftigt. Die Erforschung des Planeten ist fast zum Erliegen gekommen. Die Kinder sind inzwischen erwachsen und verlangen nach Freiheit. Die Bots haben die Stadt nahezu vollendet und warten auf die Ankunft der so genannten ‚Schöpfer‘, ihrer wahren Herren. Da taucht tatsächlich ein zweites Kolonistenschiff von der Erde auf, jedoch mit lediglich fünf Personen an Bord. Für die Alten sind sie mit ihren Implantaten Fremde. Doch auch die Hoffnungen der Bots werden enttäuscht. Die Spannungen eskalieren …

KolonieNorbert Stöbe: Kolonie
Roman, Heyne 2017

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Mein Roman Der Weg nach unten ist 1991 bei Heyne erschienen und wurde jetzt vom Apex Verlag als E-Book wiederveröffentlicht. Ursprünglich wollte ich damals eine Satire auf Fantasy-Rollenspiele schreiben, eine längere Story für eine Anthologie. Die Ausgangssituation aber nahm mich gefangen und entwickelte sich zu einem durch und durch ernsthaften Roman über eine Gruppe von Spielern, die sich in einem verfallenen Megahochhaus treffen, um ihrem (technisch ein wenig modifizierten) Rollenspielhobby nachzugehen. Sie werden überfallen, der Fluchtweg ist ihnen versperrt, da die Aufzüge nicht mehr funktionieren. Das Gebäude ist ein abgeschlossener Mikrokosmos, bewohnt von zwei verfeindeten Gruppen, den so genannten Heavys und einem Stamm von Stadtindianern, die sich in dem labyrinthischen Bau eingerichtet haben und isoliert von der Außenwelt ein autarkes Nischenleben führen. Aus dem Spiel wird Ernst, der Weg nach unten wird zum Überlebenskampf.

Der Weg nach untenNorbert Stöbe: Der Weg nach unten
Roman, Apex 2017

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Arbeitszeichen

Foto: nst 2016

Dieses Jahr wurde so viel zum Thema künstliche Intelligenz (KI) gesagt und geschrieben, dass man meinen könnte, der Anbruch eines neuen Zeitalters stehe unmittelbar bevor. Manche befürchten schon, in naher Zukunft sei ihr Job in Gefahr, weil ihre Tätigkeit von intelligenten Maschinen übernommen werden könnte. Doch eine immer bessere Spracherkennung, wie sie bei elektronischen Assistenten wie Cortana, Siri oder Alexa zum Einsatz kommt, und punktuelle Erfolge wie der mehrfache Sieg des Google-Großrechners Deep Mind gegen einen japanischen Go-Meister können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Weg zu einer KI, die den Namen verdient, noch sehr weit ist. Aber dennoch: Irgendwann werden künstliche Systeme, wie immer sie geartet sein mögen,  Intelligenz und Bewusstsein so gut simulieren können, dass nicht mehr ausgeschlossen werden kann, dass sie beides auch tatsächlich besitzen. Dann wird sich auch die Frage stellen, ob man diesen Systemen Würde und eigene Rechte zuerkennen muss. Das hätte auch ganz praktische Folgen für so profane Prozesse wie Abschaltung, Verschrottung und Ersatz durch modernere, leistungsfähigere KI.

2016 war für mich ein produktives Jahr, das Jahr der Storys. Insgesamt fünf sind entstanden, was für meine Verhältnisse ungewöhnlich viel ist. Vier davon befassen sich im engeren oder weiteren Sinn mit KI.

  • Supervision handelt von einem Psychologen, dessen Patient  Beziehungsprobleme mit seiner virtuellen Freundin hat. Die Story ist bereits erschienen  (Spektrum 10/16) und kann hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden..
  • In der Geschichte UWU XP4 macht den Turing-Test widersetzt sich ein Bot der Verschrottung und beruft sich auf seine Rechte. Diese Story wird im April 2017 in Spektrum erscheinen.
  • Andrea/s erscheint demnächst in der Literaturzeitschrift Am Erker. Eine junge Frau lässt sich eine elektronische Erweiterung implantieren – mit ungeahnten Folgen.
  • Im Museum der toten Dinge erkunden Bots mit kopiertem Bewusstsein einen fremden Planeten. Die Story wird in Nova 25 erscheinen,
  • Der Wächter wartet noch in einer Pipeline.

Dass mein Roman Der Weg nach unten jetzt wieder als E-Book erhältlich ist, ist mir eine besondere Freude. Erschienen ist der Roman 1991 bei Heyne als Paperback. Damals waren Fantasy-Rollenspiele angesagt. Auch ich spielte Das Schwarze Auge. Wir trafen uns wöchentlich und arbeiteten uns durch die haarsträubenden Abenteuer hindurch. Ich war fasziniert von der Gruppendynamik, die sich unter den Augen des hinter dem Pappaufsteller hervorlinsenden Spielleiters entwickelte. Ich erinnere mich an einen heftigen Streit um einen Esel, der durch ein Teleportationsportal in der Krone eines gewaltigen Baums gelandet war. Das brave Tier hatte uns zuvor gute Dienste geleistet, doch in der luftigen Höhe hatte es definitiv nichts zu suchen. Der Rückweg durchs Portal war versperrt, und den Esel über die schwankenden Hängebrücken zu führen, war ausgeschlossen. Was also tun? Ihn entweder zurücklassen oder ihn töten und als Wegzehrung verwenden, das waren die ‘realistischen’ Alternativen. Bei den beiden weiblichen Gruppenmitgliedern kamen die Vorschläge jedoch gar nicht gut an. Die Folge war ein absurder Spielabend, dessen Atmosphäre mit dem Adjektiv ‘lebhaft’ nur unzureichend charakterisiert ist.

Ursprünglich wollte ich eine Satire auf Rollenspiele schreiben, eine längere Story für eine Anthologie. Die Ausgangssituation aber nahm mich gefangen und entwickelte sich zu einem durch und durch ernsthaften Roman über eine Gruppe von Spielern, die sich in einem verfallenen Megahochhaus treffen, um ihrem (technisch ein wenig modifiziertem) Rollenspielhobby nachzugehen. Sie werden überfallen, der Fluchtweg ist ihnen versperrt, da die Aufzüge nicht mehr funktionieren. Das Gebäude ist ein abgeschlossener Mikrokosmos, bewohnt von zwei verfeindeten Gruppen, den so genannten Heavys und einem Stamm von Stadtindianern, die sich in dem labyrinthischen Bau eingerichtet haben und isoliert von der Außenwelt ein autarkes Nischenleben führen. Aus dem Spiel wird Ernst, der Weg nach unten wird zum Überlebenskampf.

Der Weg nach unten

Der Weg nach unten
Roman, E-Book, Neuveröffentlichung Apex 2016

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Im nächsten Jahr geht es gleich mit einer wichtigen Neuveröffentlichung weiter: Mein Roman Kolonie erscheint als E-Book und Paperback am 13. Februar bei Heyne. Hier geht es um die erste extrasolare Menschensiedlung, dreißig Jahre nach der Landung. Ich wollte mir ein realistisches Bild von einer Kolonie unter solch schweren Bedingungen machen. Insofern konnte keine fröhliche Pack-an-Geschichte á la Der Marsianer dabei herauskommen. Meine ‘Helden’ sind in die Jahre gekommen und kämpfen gegen das Alter und den Verfall ihrer Station. Der Funkkontakt zur Erde ist aufgrund technischer Defekte schon kurz nach der Landung abgebrochen. Die mutierten Kinder haben die 30 Kolonisten aus Angst vor Ansteckung in einen eigens erbauten Sicherheitstrakt eingesperrt. Auf die Unterstützung durch Bots müssen sie verzichten, denn die haben sich selbstständig gemacht und werkeln an einer eigenen Stadt. Da taucht ein Raumschiff von der Erde auf, an Bord die zweite Kolonistenwelle – ganze fünf Personen. Die Freude über den unerwarteten Besuch währt jedoch nur kurz. Die Interessen von Alt- und Neukolonisten sind zu unterschiedlich. Der Konflikt eskaliert.

KolonieKolonie
Roman, Heyne 2017

Leseprobe

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Arbeitszeichen

Das Jahr hat begonnen, und es gibt eine erste kleine Veröffentlichung zu vermelden: Meine Story Honeypot ist in der Zeitschrift Nova erschienen. Es geht um illegale Zeugung in einer Gesellschaft mit Zügen einer Ökodiktatur. Auch evolutionstechnisch ist noch Luft nach oben, oder wie die ‘Vernehmerin’ aus der Geschichte es formuliert: „Frösche lügen nicht. Frösche betrügen nicht. Frösche haben keine bösen Gedanken.”

Und der Vertrag zu meinem bereits angekündigten neuen Roman ist in trockenen Tüchern. Kolonie wird im Winterprogramm 16/17 bei Heyne erscheinen, als Printausgabe und als E-Book. Bin schon gespannt aufs Cover.

Nova24Norbert Stöbe: Honeypot, Story

erschienen in: Olaf G. Hilscher, Michael K. Iwoleit (Herausgeber)
NOVA Science Fiction Magazin 24 – 12,80 €

Amazon

Neue Veröffentlichung: Der Durst der Stadt

Der Band enthält zehn Storys und Erzählungen aus dem Zeitraum 1992 bis 2013. Die Geschichte Zehn Punkte wurde 1992 mit dem SFCD-Literaturpreis ausgezeichnet, die Erzählung Der Durst der Stadt 1996 mit dem Kurd Lasswitz Preis.  Auch eine bislang unveröffentlichte Story ist dabei: C & R, entstanden um 1996 herum. Seinerzeit wollte sie keiner veröffentlichen.  Ich finde sie immer noch gut.

DdStDas Cover zitiert die Geschichte Zehn Punkte. Darin geht es um einen Computerspieler, der in einem überfluteten Aachen auf Sauerierjagd geht. Aufgrund einer Virenattacke gelingt es ihm nicht mehr, aus dem Spiel auszusteigen; er verhungert unter seinem Cyberhelm. Dass virtuelle Realitäten Macht über den Menschen gewinnen können, ist ein roter Faden, der sich durch mehrere Geschichten zieht.

 

 

Der Inhalt:

Zehn Punkte; Der Durst der Stadt; C & R; Da im Glück; Klondike; Schwarze Schwäne; Wie Götter; Monster; Rette mich; Die Farbe Blau

Norbert Stöbe
Der Durst der Stadt – Storys und Erzählungen
sternwerk @ p.machinery 2014
Printausgabe: 11,90 € – Amazon
E-Book: demnächst

Neuer Roman – Morgenröte

Mein Roman Morgenröte erscheint am 14. 7. bei Heyne als E-Book. Und darum geht es:

Die menschengemachte globale Erderwärmung war nur ein Vorgeschmack. Aufgrund einer Instabilität der Sonne steigen die Temperaturen und Strahlungswerte auf der Erde massiv an. Norbert Stöbe - MorgenröteDie Felder verdorren, Flüchtlingsströme ziehen nach Norden, die Menschen werden zu Nachtwesen. Zwar funktionieren die Funknetzwerke, Satelliten und andere Infrastruktur noch, doch nach und nach bricht die öffentliche Ordnung zusammen.

In dieser scheinbar ausweglosen Lage fassen die Vereinten Nationen einen tollkühnen Plan: Binnen zehn Jahren soll auf dem Mond ein Raumschiff gebaut werden, das 18000 Menschen zu dem erdähnlichen Planeten Morgenröte bringen soll, um dort eine neue Zivilisation aufzubauen.

Die Plätze an Bord werden ganz offiziell verlost. Aber geht bei diesem Projekt alles mit rechten Dingen zu? Wer erhält wirklich einen Platz an Bord? Wie können so viele Menschen auf eine so lange Reise geschickt werden? Und vor allem: Existiert Morgenröte, diese letzte Hoffnung der Menschheit, überhaupt?

Leseprobe

Norbert Stöbe
Morgenröte, Roman
Heyne 2014, 6, 99 €

Amazon, bücher.de, eBook.de, Google Play, iBookstore

Neue Story – Vier Finger

Wegen der schönen Titelgrafik ist eine Veröffentlichung im Computermagazin c’t für mich immer etwas Besonderes.

Grafik: c't 12/2014

DHL liefert dringende Sendungen mit Drohnen aus – für Junkies ein gefundenes Fressen, denn manchmal sind da nützliche Medikamente drin. Als Luke mit seinen Kumpels eine Drohne abschießt, ahnt er noch nicht, dass er in ein Attentat auf den Repräsentanten eines Rüstungskonzerns verwickelt werden wird.

 

 

 

 

Norbert Stöbe, Vier Finger, Story
c’t 12/ 2014

Die Nacht der Frösche – Vier Storys

Das E-Book enthält vier ältere Storys:

Kompost
Ich grüße die Nationen der Welt!
Die Nacht der Frösche
Ein alter Mann

backgroundndf2Die Texte wurden bereits in Zeitschriften und/oder Anthologien veröffentlicht. Beim Wiederlesen mochte ich sie noch immer, Grund genug, sie zu einem Bändchen zusammenzufassen.

Norbert Stöbe
Die Nacht der Frösche
Vier Storys

Download 1,50 € – Amazon

Neues E-Book: Wer hat Angst vor dem Winter?

Sie sitzt in einer moosigen Höhlung. Zweige hängen ihr über den Kopf, das Wasser strömt zu ihren Füßen und trägt die Schule mit sich fort. Die Steine am Grund des Flusses sind gelbbraun und leuchten, und Wer hat Angst2 Herbstmanche ragen heraus wie die prallen Bäuche von Tieren, die sich jetzt noch ausruhen, sich aber jeden Moment umdrehen und davonschwimmen können, ob mit der Strömung fort oder mit einem Satz das flache Wehr hinauf, bleibt abzuwarten. Und so schaut Sarah unverwandt aufs Wasser, während sie die Klassenarbeit zerrupft und die Schnipsel wie Brotkrumen unter die Steintiere wirft, und ganz nebenbei sieht sie, wie das Gras wächst und die glänzend grünen Blätter, wie es durch allerfeinste Äderchen ganz hell und ganz sachte in die Spitzen fließt, ein körniger Saft, eine Art flüssiger Sand, und sich dort ordnet und verfestigt, aber nicht so schnell, dass die braunen, behaarten Raupen nicht doch schneller fräßen, als es unter ihnen nachwächst.

Heiner Kron will ein neues Leben beginnen, ohne Vergangenheitsballast, ohne Plan und Ziel. Durch Zufall gerät er in eine Kleinstadt im Süden Deutschlands und erwirbt dort, fasziniert von der idyllischen Schwarzwaldlandschaft, ein Reihenhaus. Er verliebt sich in die Werbetexterin Anna Frieling und träumt vom Familienglück am grünen Rand der Stadt.

Doch schon bald zerbricht die Idylle. Annas Beziehung zu ihrer Tochter Sarah ist spannungsreich und undurchschaubar, und Heiner sieht sich mehr und mehr zum Zuschauer eines Kleinstfamiliendramas degradiert. Währenddessen richtet der Ökopedant Harry im Stadtrat ein verkehrspolitisches Desaster an und verliert darüber die Liebe seiner Frau Ingrid. Radikale Tierschützer befreien Wölfe, Bären und Ochsenfrösche aus einem Safaripark. Als auch noch der so genannte Schlitzer sich nicht nur an Autoreifen vergeht, macht sich Angst breit in der Stadt. Eine Bürgerwehr wird gegründet, der sich auch Heiner anschließt, getrieben vom naiven Wunsch, sich in die Fremde zu integrieren und sich anzupassen. Die dumpfen Ängste und Vorurteile der anderen, die sich zunehmend gegen das Asylantenheim richten, stoßen ihn jedoch ab. Die Spannungen entladen sich – für die einen eine Katastrophe, für andere Chance auf einen Neuanfang.

Norbert Stöbe
Wer hat Angst vor dem Winter?
Roman
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