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Meine kleine Coronawelt – I

Das Corona-Virus hat die Welt schrumpfen lassen. Die Urlaubreise fiel flach, stattdessen waren Ausfahrten in die nahe Umgebung mit dem E-Bike angesagt. Und natürlich haben wir viel Zeit im Garten verbracht und die eine oder anderen überraschende Beobachtung gemacht. Wenn die Welt kleiner wird, richtet sich der Blick naturgemäß aufs Nahe. Hier ein paar Beispiele:

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Ein Steinkauz nistet im Baum des Nachbargrundstücks. Mit lautem Zetern und Scheinattacken wird Kater Karlo eingeschüchtert. Drei kleine Käuze werden flügge und suchen sich ihr eigenes Revier.

Ein ungerufener, aber willkommener Gast: der Fingerhut.

Kater Karlo auf Mäusejagd. Das hohe Gras der Nachbarwiese dient leider nicht nur ihm als wirkungsvolle Deckung.

Die Sonnenblume ersetzt den Sonnenuntergang am Meer. Na ja, fast.

Kellerspinne

Ganz in der Nähe rasten Störche – 74 Exemplare werden gezählt. Ein seltener Anblick.

Herbstaster mit Goldfliege

Der Steinkauz nebenan

Da im alten Birnbaum wohnt er, der Steinkauz, mit Blick auf die mausreichen Gärten und Wiesen. An uns stört er sich kaum, dafür umso mehr an Kater Karlo, der mit lautem Gezeter bedacht wird.

Steinkauz

Genau genommen ist es eine Käuzin, das lässt ihr Ruf erkennen: nicht das unheimliche Bu-huu, das man von abendlichen Waldspaziergängen her kennt, sondern ein kurzes, helles Zirpen.  Vier Mäuse benötigt sie Tag für Tag. Möge die Jagd erfolgreich sein!

Steinkauz


Zug der Kraniche

Heute war es wieder so weit: Die Kraniche zogen vorbei, dem warmen Afrika entgegen. Mich flügellosen Erdling zuckte es in den Füßen.

Abteikirche Rolduc

Wenige Kilometer vom Aachener Dom entfernt liegt Rolduc, der größte Abteikomplex der Niederlande. Die Abteikirche aus dem zwölften Jahrhundert, zuletzt erweitert im Rokoko, scheint, obwohl UNESCO-Denkmal, wenig bekannt zu sein, denn wir konnten sie ganz allein bewundern.

Draußen wird an der Fassade gewerkelt …

… drinnen herrscht kontemplative Stille.


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Unter dem Bodengitter ruht Walram III., Graf von Limburg und Herzog von Niederlothringen.  Ein Schelm, wer dabei an Darth Vader denkt.

Rolduc bei Wikipedia

Koordinaten: 50° 52′ 5″ N, 6° 4′ 55,6″ O

Am alten Steinbruch

Ein Julitag am alten Steinbruch. Das allgegenwärtige Summen der Insekten, der Duft der blühenden Blumen und Kräuter und der Geschmack des warmen Bodens auf der Zunge beschwören einen Schatten der zeitlosen, niemals endenden Kindheitssommer herauf.

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Der alte Steinbruch

Knollen-Platterbse

Blutroter Halsbock delektiert sich auf dem Wiesenkerbel

Dolde des Wiesenkerbels vor der Entfaltung

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Traubenglockenblume

Am Tümpel

Bringt man etwas Geduld mit, lassen sich an einem Tümpel im Mai beeindruckende Beobachtungen machen. Auf wenigen Quadratmetern wimmelt es von Leben. Was meinem Objektiv entgangen ist: die kleine schwimmende Ringelnatter, der Molch und die blaue Libelle.

Der Tümpel

Feuerlibellen bei der Paarung

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Heidelibelle

Libellenhülle

Kaulquappen

Eine ausgewachsene Ringelnatter, die sich auf dem Weg sonnt, macht den Ausflug perfekt.

Ringelnatter

Insel ohne Strand

Achtung: Dieser Beitrag stammt aus dem Jahr 2015 und soll keinesfalls vom Besuch der Insel abhalten – ganz im Gegenteil!

Daran gewöhnt, den makellos weißen Nordseeinselstrand als den Inbegriff von Natur pur zu betrachten, wo die Seele baumelt und der Körper neue Kräfte tankt, hat es auf den ersten Blick etwas Ernüchterndes, so zu sagen hinter die Kulisse zu blicken und ihn als das zu sehen, was er in vielen Fällen ist, nämlich etwas Flüchtiges, Gefährdetes, das mit kilometerlangen Rohren und schwerem Gerät wieder aufgebaut wird, wenn Wind und Wasser es abgetragen haben. Wie in den meisten Landschaften, die wir mit Natur verwechseln, steckt also auch hier eine Menge Kultur darin, und auf den zweiten Blick weckt gerade dieser Anteil Bewunderung und Staunen.

Rohrleitung für die Sandaufspülung; Strand bei Pal 19 1/2, Texel im Mai 2018

Texel, Strand bei Pal 20 im Mai 2018

Strand hin oder her: Das Meer dahinter ist auch dieses Jahr das Gleiche.

Das Meer vor Texel im Mai 2018

Vogelbrutgebiet ‘t Horntje